Der kleinste Holzhändler der Welt

Vom Streichholzkarlche meinen viele, er sei das letzte der Originale gewesen, an denen das alte Offenbach reich war. Hinragend in eine Zeit, in die Originalität eigentlich nicht mehr paßte. Zeitgenossen, die sich an ihn erinnern, beschwören das Bild eines etwas schrulligen und verschobenen, aber liebenswürdigen Individualisten, den jeder kannte und sympatisch fand. Sein Bild steht für eine versunkene Zeit und schwindende Erinnerungen.

Karl Winterkorn, am 28. März 1880 geboren, lebte vom Verkauf von Streichhölzern. Er war nur 1.30 Meter groß, dabei zur Fülle neigend. Er liebte es als Holzhändler bezeichnet zu werden. Na und das warer ja auch.

Tag für Tag konnte man ihn in Offenbacher Lokalen und den mit der Lokalbahn leicht zu erreichenden Sachsenhäuser Gaststätten seine Streichhölzer feilbieten sehen. Die trug er mal in einer abgewetzten Aktentasche, mal vor dem Bauch in einem Kasten, den bei Regen ein Wachstuch vor Nässe schützte.

Danke dem Stadtarchiv

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