Geschichtliche Daten
  770 Erste Urkundliche Erwähung des Stadtteils Rumpenheim  
790 Erste Urkundliche Erwähung des Stadtteils Bürgel
791 Erste Urkundliche Erwähung des Stadtteils Bieber

977

12. April Erste Erwähnung Offenbachs in einer Urkunde Ottos II.

1018 Kaiser Heinrich II. hält im Juli eine Reichsversammlung in Bürgel ab

1372

Philipp von Falkenstein verpfändet Offenbach für 1000 Gulden an den Rat der Stadt Frankfurt

1394

Nachweis einer Wasserburg, Standort etwa der Platz des heutigen Schlosses

1419

Erste Erwähnung einer Mainfähre

1486

Die Isenburger werden alleinige Landesherren

1556

Graf Reinhard von Isenburg verlegt seine Residenz nach Offenbach, beginnt mit dem Bau eines Schlosses (1559 vollendet)

1564 Das Schloß durch Brand zerstört, (Wiederaufbau bis 1578)
1599 Protestantische Fürsten tagen im Schoß, um die Gründung einer Protestantischen Union vorzubereiten
1620 Bürgel, das zur Kurmainz behört, wird von protestantischen Truppen geplündert.
1629-1631 Bayrische Truppen, die mit Mainz verbündet sind, besetzten Offenbach. Graf Wofgang Heinrich flieht mit seiner Familie erst nach Dreieichenhain und dann nach Frankfurt

1635-1642

Offenbach im Besitz der Landgrafen von Hessen-Darmstadt 1636 besetzt Ramsay, der schwedische Kommandant von Hanau auf einem Streifzug Offenbach

1698

Graf Johann Phillip von Isenburg-Birstein nimmt Hugenotten in Offenbach auf und verleiht ihnen weitgehende Privilegien

1703 Wieder kommen französische Religionsflüchtige hier an. Es sind kapitalkräftige Handwerker, die hier eine rege Gewerbetätigkeit entfalten.
1718 Einweihung der fränzösich-reformierten Kirche
1725 Grundsteinlegung zu einem Rathausauf dem alten Markt

1733

Privileg für die Schnupftabakfabrik der Gebrüder Bernard

1739

Grundsteinlegung zur lutherischen Kirche (Stadtkirche).

Der aus Hanau zugewanderte Porzellanknecht P.F.Ley errichtet eine Fayencemanufaktur.

1741 Vom April bis Mai Tagung der Gesandten einiger deutscher Fürsten mit dem Ziel der Einschränkung kurfürstlicher Vorrechte bei den Kaiserwahlen

1748

Gründung einer bedeutenden Wachstuchfabrik

1768 Der Aliceplatz, der diesen Namen erst seit 1879 trägt, wird als neuer Marktplatz angelegt. Er hieß auch eine Zeitlang Paradeplatz, weil die isenburgischen Soldantenauf ihm Übungen abhielten.

um 1770

Buchbinder, Sattler und Riemer stellen die ersten Portefeuilles her.

1774 Gründung des Musikalienverlags und der Notendruckerei Andre durch Johann Andre.
1775 Goethe und Lili Schönemann in Offenbach, Goethe dichtet hier an seinem "Faust".
1786 Die Familie der Schriftstellerin Sophie La Roche läßt sich in dem Hause Domstraße 23 nieder.
1788 Der polnische Sektierer Jakob Frank (Baron Frank) läßt sich mit einer großen Begleitung hier nieder. Er führt einen fürstlichen Hofstaat und gilt als Messias.
1790 Mozart besucht Johann Andre.
1791 Auf Anregung Offenbacher Bürger entsteht in der Kirchgasse das "Fürstlich Isenburgische Schauspielhaus".
1792 Österreichische Truppen gehen bei Offenbach über den Main und besiegen die Franzosen bei Höchst.
1794 Fürst Wolfgang Ernst II. hebt die Leibeigenschaft in seinen Ländern auf.
1796 Die Franzosen beschießen und besetzen Frankfurt. Viele Frankfurter suchen Zuflucht in Offenbach, Goethes Mutter z. B. bei Sophie La Roche in der Domstraße.
1799

Johann Anton Andre holt Alois Senefelder, den Erfinder der Steinduckkunst nach Offenbach.

Im Juli Gefecht zwischen Franzosen und den verbündeten Truppen in der Kanal(Kaiser)straße. Die Stadt leidet schwer unter Einquartierungen.

1800

Gründung der 1. Lithographen-Anstalt durch Alois Senefelder

1803 Auf Anregung seines Hofagenten Wolf Breidenbach schafft Fürst Carl Ludwig Moritz 1803 den Juden- Leibzoll ab.
1812 Die letzte Hinrichtung. Der Galgen stand ungefähr da, wo sich heute Hermann- und Schäferstraße kreuzen.
1814 Goethe besucht Hofrat Dr. Bernhard Meyer in Offenbach.

1815

Offenbach vorübergehend unter österreichischer Verwaltung, es muß 60 000 Gulden Kriegssteuer aufbringen.

Der Münzfälscher Karl Wilhelm Becker kommt nach Offenbach und wird isenburger Ho- frat.

Der Arzt und Sprachforscher Dr. Karl Ferdiand Becker läßt sich hier nieder und eröffnet später sein weit über Offenbachs Grenzen bekanntes Knabeninstitut auf dem Lin- senberg.

Goethe in Offenbach bei dem Offenbacher Münzfälscher Karl Wilhelm Bekker.

1816

Offenbach fällt an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt und wird somit hessisch

1819

Inbetriebnahme der Schiffsbrücke am Schloß. Der wesentliche Grund zur Errichtung der Brücke war die Umleitung des Fahrverkehrs zwischen den beiden hessischen Provinzen Starkenburg und Oberhessen, der seither die Frankfurter Brücke benutzte und dafür Zoll entrichten mußte. Am 1. 10. 1887 wird die Brücke an der Kaiserstraße eingeweiht und die Schiffsbrücke für immer abgefahren.

1827 Der Galgen wird niedergeegt.

1828

14. Februar Preußisch-hessischer Zollvertrag, Offenbach wird Messestadt. Die Stadt erbaut für Messezwecke das Lagerhaus an der Frankfurter Straße, in das 1938 das Deutsche Ledermuseum einzog. Mit dem Beitritt Frankfurts zum Zollverein im Januar 1836 ging die Offenbacher. Messe wieder ein.

1830 Einführung der Schulpflicht.

1832

 

Offenbach wird Kreisstadt

Die erste Dampfmaschine Offenbachs wird in der Baumwollspinnerei J. C. Hauff, Kirchgasse 19, aufgestellt.

Geometer Fink eröffnet eine Handwerkerschule.

Das Blatternhaus an der Buchhügelallee wird erbaut.

Einführung des Impfzwangs.

1842 Am 3. Juni legt das erste Dampfschiff an.
1845 Gründung der freiwilligen Feuerwehr, der zweiten in Deutschland.
1846 Gründung einer Handwerkerschule durch die Lokalsektion des hessischen Landesgewerbevereins. Die erste Gewerbeausstellung findet statt; sie wird im Lagerhaus abgehalten.
1848

Erste Gasbeleuchtung in einigen Straßen durch eine private Gasanstalt.

Eröffnung der Lokalbahn Offenbach-Frankfurt.

Die Offenbacher Marktschiffahrt wird eingestellt.

Kleine Abteilungen deutscher Bundestruppen, die zum Schutz der Nationalversammlung in Frankfurt eingesetzt sind, lagern in Offenbach. Es bildet sich eine Bürgerwehr, die bis um 1852 besteht.

Gründung eines Arbeiterbildungsvereins.

1851 Offenbacher Bürger verzichten auf die ihnen zustehenden Einquartierungsgelder, etwa 2706 Gulden, und stiften diesen Betrag für den Bau einer Wasserleitung.
1853 Eröffnung einer Telegrafenanstalt in dem Hause Ecke Domstraße und Krimmergäßchen. 1884 wird sie im neuen Postgebäude am Aliceplatz untergebracht.
1866 Preußische Truppen kommen nach Offenbach, die Pflege ihrer Verwundeten und Kranken gibt den Anlaß zur Gründung eines Sanitätskorps des Offenbacher Turnvereins.
1873 Einweihung des Hauptbahnhofs am 15. November.
1876 Der Offenbacher Philosoph Philipp Mainländer - sein richtiger Name ist Johann Philipp Batz - endet durch Freitod. Ein Mainländer- Gedenkstein steht in der Anlage am Dreieichring.
1877 Vereinigung der 1832 von dem Geometer Fink eröffneten Handwerkerschule mit der 1867 durch den Ortsgewerbeverein errichteten Kunst- und Industrieschule unter der Bezeichnung „Vereinigte Kunst-, Industrie- und Handwerkerschule".
1879

Das private Gaswerk an der Ecke Ludwig- und Bernardstraße geht in städtischen Besitz über.

Zehnte Hessische Landesgewerbeausstellung auf dem Gelände am Dreieichring. Hier und auch bei der Firma Neubecker brennt zum erstenmal elektrisches Licht. An die Ausstellung erinnern noch heute die Beton-Modelle in der Anlage am Dreieichring.

1885 Eröffnung der Kunstgewerbeschule am Mathildenplatz, heute Polizeipräsidium.

1887

Einweihung der Offenbach-Fechenheimer Mainbrücke. Anläßlich dieser Feier wird Bürgermeister Brink zum Oberbürgermeister ernannt.

1888

Eine Mineralquelle wird gefunden und zum Andenken an den Monarchen „Kaiser-Friedrich-Quelle" genannt

1892 Die Herrnstraße wird vom Linsenberg zur Mainstraße durchgebrochen. Dabei wird das Gartenhaus in den Bernard-d'Orvilleschen Maingärten, in dem Goethe und Lili Schönemann im Jahre 1775 freud- und leidvolle Stunden verlebten, niedergelegt.
1894 Übergabe des seit 1891 im Bau befindlichen Stadtkrankenhauses im Starken- burgring.
1897 Das erste Auto fährt in Offenbach.
1900 Anfang der Bebauung des Landgrafen-, Tempelsee-, Friedrichs-, Starkenburg-, Isenburg-, Dreieich- und Goetherings.
1901 Die Mainkanalisation bis Offenbach fertiggestellt.
1902 Eröffnung des Hafens, der Industriebahn und des Elektrizitätswerkes.
1903

Eröffnung der Maschinenbauschule.

Offenbach nimmt als erste Stadt der Welt eine elektrische Automobil-Drehleiter für die Feuerwehr in Betrieb.

1908 Eingemeindung Bürgels mit fast 6000 Einwohnern.
1913 Januar 24. Einweihung der Technischen Lehranstalten, heute Hochschule für Ge- staltung.
1914 Der Neubau der Technischen Lehranstalten, die Oberrealschule am Friedrichsplatz sowie die Mathildenschule werden als Kasernen und Lazarette eingerichtet.

1917

Offizielle Gründung des Ledermuseums in den Technischen Lehranstalten durch Professor Dr. H. Eberhardt.

1919

Bei politischen Auseinandersetzungen, dem sogenannten Karfreitagsputsch, werden beim Versuch, die Kaserne an der Bieberer Straße zu stürmen, 17 Personen getötet und 26 verletzt.

Inbetriebnahme des Güterbahnhofs an der Grenzstraße.

1920

Vom 6. April bis 7. Mai Besetzung Offenbachs durch französische Truppen.

Die Stadtverordneten-Versammlung beschließt den Ankauf des Büsing-Palais, um es als Rathaus einzurichten.

1921 Eröffnung der Sportanlagen auf dem Bieberer Berg.
1928 Helene Mayer aus Offenbach erringt bei den Olympischen Spielen in Amsterdam die goldene Medaille im Damenflorett.
1929 Starke Arbeitslosigkeit, fast jeder 14. Offenbacher ist Unterstützungsempfänger.
1930 Es werden von der Erwerbslosenversicherung 5426, von der Krisenfürsorge 3441 und von der städtischen Wohlfahrtspflege 4350 Personen unterstützt. Mit den unter stützungs-berechtigten Angehörigen macht dies 26 Prozent der Bevölkerung aus, die von öffent-lichen Mitteln leben.
1933 Am 28. März besetzt die SA die Offenbacher Amtsgebäude, Oberbürgermeister Granzin muß sein Amt niederlegen.
1936 Am 1. Dezember erste Verdunkelungsübung. Die Fechterin Helene Mayer erringt bei den Olympischen Spielen in Berlin die silberne Medail- le.

1938

Eingemeindung Biebers, die Feierstunde findet am 25. April in der Bieberer Turnhalle statt.

Eröffnung des neuen Heimes des Deutschen Ledermuseums in der Frankfurter Straße (ehern. städtisches Lagerhaus von 1829).

9./10.November: Schändung der Synagoge

1939 Am 9. September erste Gesamtverdunkelungsübung in der Stadt.
1940 Am 5. Juni erster Luftangriff. Bomben fallen in der Bettina- und in der Lilistraße.
1942 Eingemeindung Rumpenheims.
1943

16. August: Beginn der Evakuierung der Bevölkerung.

4. Oktober: Luftangriff auf Offenbach.

22. Oktober: Luftangriffe verursachen Schäden und Verluste unter der Bevölkerung im Stadtteil Bürgel.

26. November: Erneuter Luftangriff auf die Stadt, unter anderem wird das Stadtkrankenhaus schwer beschädigt.

20. Dezember: Einer der schlimmsten Fliegerangriffe vernichtet fast die ganze Altstadt.

1944 Luftangriffe häufen sich, viele Bewohner verlassen die Stadt.
1945

Zurückgehende deutsche Truppen sprengen am 25. März um 5.10 Uhr die Mainbrücke. Am nächsten Tag dringen amerikanische Truppen von Süden in die Stadt ein und beschießen die auf der rechten Mainseite zurückgehenden deutschen Truppen. Zu nennenswerten Kampfhandlungen kommt es nicht.

Die amerikanische Militärverwaltung nimmt ihren Sitz im Amtsgericht und bestimmt den Verwaltungsdirektor Reinicke zum kommissarischen Oberbürgermeister, der von einem Bürgerausschuß unterstützt wird.

Die Stadt ist zu 36% zerstört, die Luftangriffe forderten 467 Menschenleben

1946 Am 26. Mai erste Stadtverordnetenwahl nach dem Kriege.
1947 Die Zweizonenverwaltung für Verkehr läßt sich in Offenbach nieder und richtet ihre Büros im Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse, in der Infanteriekaserne (Bieberer Straße) und zum Teil im Ledermuseum ein.

1948

Am 1. Oktober stellt die Entnazifizierungs-Spruchkammer ihre Tätigkeit ein. Zur Erledigung kamen 62 755 Fälle. Von den „Betroffenen" kamen 13 in die Gruppe der Hauptschuldigen, die übrigen teilten sich auf in 94 Aktivisten, 566 Minderbelastete und 2310 Mitläufer.

1949 Vom 8. bis 12. Oktober Ausstellung „Offenbacher Lederwaren und Marshallplan" im Theater an der Goethestraße (Vorläufer der Internationalen Lederwarenmessen).
1950

Vom 28. Januar bis 1. Februar zweite Lederwaren-Fachmesse. Die Ausstellungs-räume befinden sich im Stadtverordnetensitzungssaal, in der Werkkunstschule und im Theater an der Goethestraße.

Im Juni. Baubeginn der ersten Messehalle auf den Gelände der ehemaligen "Villa Mainplaltz".

1951 Eröffnung der städtischen Schulzahnklinik.
1952 Das Bundesfinanzzeugamt kommt nach Offenbach. Die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn zieht von Offenbach nach Frankfurt um.

1953

Einweihung der wiederaufebauten Mainbrücke als „Carl-Ulrich-Brücke" am 22. Mai. Eröffnung des Klingspor-Museums am 7. November.

1954

Einweihung des Gebäudes der Bundesmonopolverwaltung.
Am 18. August wird Offenbach Großstadt.

1956

Für ihre Bemühungen um die Idee der europäischen Vereinigung erhalten die Städte Offenbach und Putteaux den Europapreis.

1957 Das Zentralamt des Deutschen Wetterdienstes wird nach Offenbach gelegt.
1961 Eröffnung des Parkbades.
1962 Einweihung der durch die Altstadt hindurch gebauten Berliner Straße.
1964 Die Stadt erwirbt von der Kurhessischen Hausstiftung den größten Teil der ehe- maligen freien Gemarkung Wildhof und das Rumpenheimer Schloß.
1970 Die Werkkunstschule wird Hochschule für Gestaltung.
1971

Einweihung des Rathauses mit einem mehrtägigen Volksfest. Die ersten Dienst-stellen sind im Dezember 1970 eingezogen.

Einweihung des Stadtmuseums an der Parkstraße.

Anläßlich des 200. Geburtstages von Alois Senefelder wird in Offenbach die Internationale Senefelderstiftung errichtet.

Offenbach erhält für seine Verdienste um die europäische Einigung die Europa- flagge des Rats der Gemeinden Europas.

Die seit Anfang des Jahrhunderts geplante und noch vor 1914 beschlossene Stadt-erweiterung nach Süden ist im Lauterborngebiet vollendet.

1975 Dezember: Erste Verleihung des Internationalen Senefelderpreises.

1977

Tausendjahrfeier Offenbachs

1981

„Jahrhundertregen" bringt am 10. August schwere Überflutungen

1984

Das Büsing-Palais wird nach Wiederherstellung eingeweiht

1995

Eröffnung der S-Bahn-Strecke

1995-1996

Musical-Theater zeigt „Tommy"